INSTITUT FÜR RESTORATIVE PRAKTIKEN

Annett Zupke & Judith Kohler

Für eine Gesellschaft, in der Menschen mit ihren Bedürfnissen gesehen werden.

Restorative Praktiken und Restorative Justiz

Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit ihren Bedürfnissen gesehen werden und es um Beziehungen und Verantwortungsübernahme, statt um Schuld und Strafe geht. Eine Gesellschaft, in der Konflikte als normaler Bestandteil des Lebens und als Möglichkeit verstanden werden, sich selbst und andere besser kennen zu lernen und zu wachsen.

Was versteht man unter Restorativen Praktiken und Restorativer Justiz?

Restorative Praktiken (englisch Restorative Practices) sind Teil einer gesellschaftlichen Bewegung, die sich international für Dialog und gewaltfreie Konfliktbegegnung einsetzt. Der Fokus liegt auf Beziehungen und erst später auf Lösungen. Diese tauchen oft wie von alleine auf, nachdem gegenseitiges Verstehen erreicht wurde, und zeugen häufig von ungeahnter Kreativität.

Von Restorative Praktiken spricht man bei Prozessen, die proaktiv Beziehungen und ein Gemeinschaftsgefühl aufbauen, um destruktive Konflikte und Fehlverhalten zu verhindern. Es geht dabei nicht um Interventionen oder Disziplinarmaßnahmen, sonder viel mehr darum, Menschen bei der Verbindung zu sich selbst und den Menschen in ihrem Umfeld zu unterstützen und sie in einem respektvollen Dialog zusammenzuführen. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen untereinander und die Frage danach, wie Menschen zu einer fürsorglichen und konfliktoffenen Gemeinschaft werden. Ziel ist es, ein nachhaltiges Klima der Verbindung hervorzubringen. Wir können Restorative Praktiken im alltäglichen Zusammensein nutzen, um uns in Gruppen kennenzulernen, Schulstoff zu erarbeiten oder Nachbarschaftsaktivitäten zu planen.

Unter Restorativer Justiz (englisch Restorative Justice) versteht man die Fälle, in denen auf Verbrechen und andere Missstände reagiert wird. Der Fokus liegt auf einem bestimmten Vorkommnis, für das alle Beteiligten gemeinsam beschließen, wie sie mit den Folgen und den Auswirkungen auf die Zukunft umgehen wollen. Zentral ist, dass es sich um einen opferorientierten Prozess handelt. Für uns ist Restorative Justice eine Form der Restorativen Praktiken.

Restorative Praktiken unterstützen eine Qualität in Beziehungen und Gemeinschaft, die uns wieder für unsere wechselseitige Abhängigkeit sensibilisieren - dafür wie wir einander und unsere Taten beeinflussen.

Eine der wichtigsten Begegnungsformen im Paradigma der Restorativen Praktiken ist das sich Mitteilen und bewusste Zuhören im Kreis, der allen Aspekten der menschlichen Erfahrung Raum gibt, (mental, physisch, emotional und spirituell) - da sie alle gleich wichtig sind. Kreise unterstützen den Aufbau von Beziehungen und Dialogkultur überall dort, wo mehrere Menschen zusammen treffen.

Auf der Seite zu Referenzen finden Sie Beispiele für Restorative Praktiken und Restorative Justiz. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie wir Sie unterstützen können, werden sie auf der Seite Angebote fündig.

MITGLIEDSCHAFTEN